Projekte/ Al  ḤAMD

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             Projekt: Praxis der Gesellschaft - HAus der Muslime Deutschlands - Al  ḤAMD[1] 

                             

Als konstitutives Grundprinzip des Islam bezeichnet die umma[2] ursprünglich nicht das spezifisch „Muslimische“, sondern „Gemeinschaft“ oder „Gesellschaft“ an sich.

Insofern ist muslimisches Leben in Deutschland soziales Leben.

Um als innere homogene Gruppe sozial handlungsfähig[3] zu sein,

bedarf es der „richtigen“ Kommunikation.

An dieser Stelle möchte Al ḤAMD ansetzen:

Die Schaffung einer Kultur des Empowerments durch Liebe als Kommunikationscode[4] 

 

 Die Kultur des Empowerments als eine dauerhafte Arbeit im Team bedarf eines periodischen Settings.

Al ḤAMD bündelt die lokalen Voraussetzungen und

schafft die Grundlage für eine Organisationsentwicklung.

Strukturelle, personale und soziale Ressourcen eröffnen einen neuen Raum für

ein kommunitarisches Empowerment.

Auf der Ebene der Gemeinde entsteht ein für Selbstor­ganisation und

bürgerschaftliches Engagement förderliches Klima.

Durch einen lösungsorientierten Diskurs wird für einen Perspektivenwechsel von der Defizitwahrnehmung zur Stärkenorientierung gesorgt.

Eine (Selbst-)Evaluation ermöglicht die Aushandlung eines gemeinsamen Zielkatalogs.

Transparente Informations- und Kommunikationswege schaffen ein Informationsnetzwerk,

in dem die Mitglieder sich als ‚Teilhaber‘ der Organisation erfahren.

Durch Akzeptanz unterschiedlicher Perspektiven und Lebensformen entsteht

eine Soziokultur wechselseitiger Achtung und Anerkennung.

Als Bündnis vereint Al ḤAMD Multiplikatoren, Vereine und Gemeinden unter einem Dach

und fördert das (muslimische) soziokulturelle Leben.

Das Bündnis ist grundsätzlich offen für alle Partner und Organisationen der Region.

Der Verein für Transkulturelle Bildung - ANqA e.V.  in Bonn dient bei dem Projekt als Trägerverein.

Vorgestellt wird das Projekt auf dem  XII. Zukunftsforum Islam (ZFI)/(28.02 – 01.03.2020)

an der  Hochschule Düsseldorf mit Titel

   Unter einem Dach - Heimat und Identitäten in der Einwanderungsgesellschaft.

 Angestrebt ist eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts.


[1] [ zu ḥmd in der Bedeutung (Gott) lobreisen vgl.  M. Chodkiewicz, The Banner of Praise, in: JMIAS, Vol. XXI, 45–58;

[2] Ursprünglich bezeichnete Muhammad in der Gemeindeordnung von Medina (ṣaḥīfat al-madīna) alle Bewohner als eine umma (vgl. Rotter 1976: 109), erst für spätere Gelehrte gewann der Begriff umma eine eindeutig muslimische Identität (vgl. Gharaibeh 2014, 60ff.).

[3] „Alles wirtschaftliche Handeln ist soziales Handeln, daher ist alle Wirtschaft immer auch Vollzug von Gesellschaft. […] Wirtschaft repräsentiert…] ein System, das nicht aus Substanzen, sondern Ereignissen besteht“. (N. Luhmann, Die Wirtschaft der Gesellschaft, 1988, 8, 33.)

[4] Zum Problem der Inkommunikabilität vgl. Luhmann, Liebe als Passion. Zur Codierung von Intimität, 1982, 153-62.